Frauen im Ehrenamt

Frauen im Ehrenamt

Viele Wülfrather Frauen sind im Ehrenamt oder in der Kommunalpolitik aktiv – meist in zweiter oder dritter Reihe. Ihre Gesichter sollen in einem neuen Projekt „sichtbar“ werden.

WÜLFRATH
Zugleich wollen die Frauenbeauftragte Gudula Kohn, die Ratsfrauen und die sachkundigen Bürgerinnen im Rat Frauen ermuntern, sich auch in der Kommunalpolitik zu engagieren.

Am Montag stellten Kohn und sechs Politikerinnen ihr Projekt vor. In mehreren Arbeitskreissitzungen hatten sie herausgearbeitet, in welchen Vereinen, Wohlfahrtseinrichtungen und Gruppierungen sich Frauen in Wülfrath für ihre Stadt und für Frauen engagieren. Jetzt wurde diese Organisationen angeschrieben; die Frauen sollen sichtbar werden: Am 5. März werden sie in ihren Gruppen und alle zusammen fotografiert. Die Frauen können Statements zu ihrer Tätigkeit abgeben, die dann gemeinsam mit der Beschreibung der Aktivitäten ihres Vereins, ihrer Organisation oder ihrer Einrichtung und den Fotos zu einer Ausstellung zusammengestellt werden.

Die Fotoausstellung wird vom 2. bis 20. Mai im Rathausfoyer zu sehen sein, weitere Ausstellungorte werden noch geprüft. „Mit den Fotos wollen wir deutlich machen, wie viele Frauen sich hier in Wülfrath schon engagieren – würden sie die Arbeit einstellen, läge mindestens die Hälfte des Ehrenamts lahm“, sagte Bettina Molitor (SPD). „Gleichzeitig wollen wir Frauen, die noch kein Tätigkeitsgebiet für sich gefunden haben, ermutigen, sich auch zu beteiligen. Mit der Ausstellung sehen sie schnell, wo sie sich engagieren können“, ergänzte Angela Nadolski (SPD). „Viele Frauen stehen nicht gern in der ersten Reihe“, stellte Dr. Ophelia Nick (Grüne) fest, „mit dieser Ausstellung wollen wir sie ermutigen, die Arbeit, die sie ja ohnehin machen, auch nach vorn zu tragen.“

Die Arbeit in einer Partei mit dem Ziel, den niedrigen Frauenanteil im Rat zu erhöhen, steht nicht im Vordergrund, war aber Ausgangspunkt des Projekts. „Es muss eine innere Bereitschaft da sein, sich zu engagieren und sich zu äußern. Nicht nur meckern, auch machen!“ fasst Barbara Enke (FDP) ihre Erfahrungen zusammen. Gudula Kohn wies darauf hin, dass viele Frauen sich selber zu hohe Hürden setzten (bin ich gut genug?). Außerdem müsse bei den Parteien der Wandel zu einer höheren Frauenbeteiligung jetzt einsetzen, „denn wenn die Wahllisten aufgestellt werden, ist es zu spät.“ So hoffen die Initiatorinnen der Fotoausstellung darauf, dass die große Anzahl der schon aktiven Frauen weitere Frauen nachzieht – auch in die Politik.

Sie organisieren die Fotoausstellung, mit der ehrenamtlich und politisch aktive Frauen sichtbar gemacht werden sollen, mit (v.l.): Bettina Molitor (SPD), Ophelia Nick (Grüne), Gudula Kohn (Frauenbeauftragte), Angela Nadolski (SPD), Walburga Lambrecht (CDU), Iris Michel (WG) und Angela Sprink (Leiterin Kinder- und Jugendhaus)
Foto: Sabine Drasnin

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