„Die Versiegelung muss ein Ende haben“

Grünen-Politikerin Ophelia Nick erläutert, welche Wünsche und Anregungen sie mit ihrem Wahlkreis Düssel verbindet, aber auch, welch schönes Fleckchen Erde der naturnahe Wahlkreis darstellt.

Autorin: Tanja Brumme. Erschienen bei WZ.

Wülfrath. Für die Grünen-Politikerin Ophelia Nick ist der Stadtteil Wülfrath Düssel nicht bloß ein Wahlkreis, sondern auch ein Zuhause. Bereits im Jahr 2000 zog sie mit ihrer Familie in das ländlich gelegene Dorf und hat es seitdem nicht bereut. Mit der letzten Kommunalwahl im Jahr 2014 wurde aus der Heimat ein kommunalpolitischer Arbeitsplatz. Seitdem blickt Ophelia Nick durch die Augen von gut 2000 Einwohnern, und die haben ganz unterschiedliche Anliegen: „Da wäre zunächst die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz“, beginnt die Politikerin ihre Aufzählung zu den Punkten, die den Düsslern unter den Nägeln brennen. „Eigentlich liegt Düssel sehr zentral und ist gut erreichbar. Mit dem kommenden Regiobahn-Haltepunkt wird sich dieser Zustand nochmals verbessern“, ist sich Ophelia Nick sicher, die sich eine solche Erreichbarkeit auch für den Innenstadtbereich wünschen würde. „Meine vier Söhne sind von Düssel aus immer besser weggekommen als die Stadtkinder. Mittlerweile muss aber die Taktung der S 9 verbessert werden.“

Bei ihrem Rundgang steuert Nick, die auch Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft „Landwirtschaft und ländliche Entwicklung“ ist, den ehemaligen Sportplatz Düssel an. Die Fläche bietet keinen schönen Anblick, der Rasen ist zerfahren, das angrenzende Gerätehaus zerfallen. „Hier soll eine gemischte Wohnbebauung entstehen. Für mich eine klare Aufwertung dieser Fläche“, ist sich die Kommunalpolitikerin, die sich auch als Direktkandidatin für den Bundestag bewerben wird, sicher. Ebenso appelliert Ophelia Nick, die vorhandenen Lücken zwischen Bebauungsflächen zu schließen, und zielt mit ihrer Argumentation ganz klar auf die Regionalplanänderung Düssel-West ab. „Dort sollte nicht gebaut werden. In NRW werden pro Tag 15 Hektar Boden versiegelt und wir besitzen in unserer Region sehr hochwertigen Boden. Die Versiegelung muss ein Ende haben“, so ihr Anliegen.

Wie es mit der Infrastruktur in Düssel aussieht? Dazu hat Nick eine klare Meinung. „Mit unserer Sparkasse und unserem Briefkasten sind wir gar nicht so schlecht versorgt. Da ich für die Stärkung der Innenstädte bin, brauche ich hier keinen Nahversorger. Lediglich ein Bäcker wäre wünschenswert, weil man die nächste Bäckerei nur mit dem Auto erreicht. Diese liegt zu weit außerhalb.“ Den Standort durch Einwohner zahlenmäßig zu stärken, um einen Ausbau der Infrastruktur zu erzielen, ist für Nick das falsche Sig­nal. „Dafür wäre der Preis zu hoch“, sagt sie.

Die Politikerin schätzt das nachbarschaftliche Miteinander

Der Rundgang durch den Stadtteil, der größtenteils durch grüne Flächen und Fachwerkbauten im Kern bestimmt wird, führt zum Dorfplatz. „Dem gesellschaftlichen Mittelpunkt“, erklärt Ophelia Nick, die immer wieder Wandergruppen und Radfahrer auf dem Platz neben der katholischen Kirche antrifft. Aber auch für Veranstaltungen eignet sich der Platz, der vor rund zehn Jahren umgestaltet wurde, hervorragend. „Da gilt mein Dank den Initiatoren, die für die Belebung dieses Platzes sorgen. Hier trifft sich das Dorf.“ Weinfest, Weihnachtsmarkt aber auch das Aufstellen des Tannenbaums sind feste Düssel-Termine. Überhaupt ist es dieses nachbarschaftliche Miteinander, welches für Ophelia Nick einer der ausschlaggebenden Vorteile des Stadtteils darstellt. „Man kennt sich einfach untereinander. Das ist besonders und nicht mehr selbstverständlich.“

Der letzte Haltepunkt ist frei gewählt und zeigt eine grüne Fläche. „Hier in Düssel haben wir die artenreichsten Flächen der Region“, weiß die Politikerin, die diesen Hinweis von der Naturinitiative Nabu erhalten hat. „Darauf können wir mit Recht stolz sein und müssen versuchen, diese weiterhin zu erhalten und zu schützen.“

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