Die Füße von 677 Kindern werden vermessen

Autor: Thomas Reuter, taeglich me

Eine bemerkenswerte Aktion: „Kleine Kinder – kleine Füße“. In deren Rahmen wird auch eine Sammelstelle für neuwertige und sehr gut erhaltene Kinderschuhe eingerichtet – immer samstags bei der WG. Damit wird eine Kinderschuhbörse initiiert.

Das wird eine große Aktion: In der Zeit vom 11. März bis 11. April sollen in den Kindertageseinrichtungen und bei den „Kleinen Rackern“ die Füße von 677 Mädchen und Jungen vermessen werden. „Kleine Füße – kleine Schuhe“ heißt das Projekt, das im Rahmen der dritten Armutskonferenz entstanden ist.

Wülfrath macht sich seit Jahren gegen Kinderarmut stark. Die Initiative „Kinder in Not“ ist ein Beispiel dafür. Die Armutskonferenzen zeigen darüber hinaus weitere Bedarf auf, wollen aber auch konkrete Maßnahmen auf den Weg bringen. Der kostenlose Leseausweis für Kinder unter 14 Jahre ist ein Ergebnis davon. Seit jeher ein Thema: Schuhe, die nicht passen. „Kinder, die im Hochsommer Gummistiefel tragen, oder im Herbst noch in Sandalen herumlaufen. Das wird immer wieder beobachtet“, weiß Gudula Kohn, die die Projekte im Rathaus koordiniert. Nach der letzten Armutskonferenz wurde eine Projektgruppe zusammengestellt, die die Messaktion auf den Weg gebracht hat.

Gudula Kohn, Iris Michel (Wülfrather Gruppe), Beaxtrix Kraemer (Kita St. Joseph) und Thomas May (Grüne) haben für ihre Idee professionelle Unterstützung gewonnen: Dr. Hans Peter de Jong, Orthopäde in Ruhestand. Gemeinsam haben sie das Projekt gestern der Öffentlichkeit vorgestellt, das das Thema „Fußgesundheit“ in den Blickpunkt nimmt.

Darum geht es in erster Linie: Passen die Schuhe zu den Füßen der Kita-Kinder? „Es kommt nicht nur auf die Größe an, sondern auch auf die Breite“, betont Dr. de Jong. Zu kleine, zu enge Schuhe – das kann zu Fehlbildungen an den Füßen führen. „Das bekommt man gar nicht sofort mit. Kinder spüren nicht so schnell Schmerzen.“ Die richtige Größe für den Kinderfuß: Die soll ermittelt werden – bei allen 677 Kindern. Dr. de Jong hat dazu zehn Ehrenamtler „ausgebildet“, die mit den Messgeräten in die Einrichtungen gehen werden, immer in Zweier-Teams. „Die Ehrenamtler sollen sich den Kindern und dem Thema spielerisch nähern“, erläutert Kohn. Dazu gehört beispielsweise ein kleiner Fußparcours. „Und am Ende wird dann gemessen.“ Vom Verband der Deutschen Schuhindustrie wurden drei Messgeräte ausgeliehen.

Das Messergebnis wird dokumentiert. Auch gibt es eine Ampel-Karte. Ein Kreuz bei Rot – Schuh passt nicht; ein Kreuz bei Gelb – es passt so gerade noch; ein Kreuz bei Grün – Schuh passt. Thomas May hat die Karte entwickelt. „Die Ampelkarte wird den Erziehungsberechtigten übergeben. Und wenn der Hinweis gegeben wird, dass neue Schuhe nötig sind, aber bekannt ist, dass die Familie finanziell nicht gut gestellt ist, kann auch da geholfen werden“, so Kohn. So werden über „Wülfrather Kinder in Not“ und einen „Topf“ der Caritas Schuhe finanziert.

Darüber hinaus soll es eine Schuhbörse geben, in der neuwertige und sehr gut erhaltene Kinderschuhe bis Größe 33 gesammelt und auf Kindersachenflohmärkte weitergegeben werden. Sammelstelle hierfür ist der Infotreff der Wülfrather Gruppe, wo samstags von 10 bis 13 Uhr an der Wilhelmstraße 167 (Fußgängerzone) die Schuhe abgegeben werden können.

Elterninformationsnachmittag zur Fußgesundheit

Schon jetzt, merkt Beatrix Kraemer an, „ist das Interesse an der Aktion sehr groß. Unter den Eltern wird das sehr positiv bewertet“, sagt sie. In ihrer Kita hat sie bereits Einverständniserklärungen an Mütter und Väter verteilt, dass deren Kinder an der Aktion teilnehmen können. Dr. de Jong hat über den Berufsverband der Orthopäden 800 Sets der Aktion „Zeigt her Eure Füße“ erhalten, in dem mit der Thematik spielerisch und inhaltlich umgegangen wird. Zudem bietet er am Mittwoch, 20. März, von 15 bis 16 Uhr eine Elterninformationsveranstaltung zur Fußgesundheit im Cornelishaus an.

 

 

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