Endlich öfter: Bus 601 kommt ab 2027 im Halbstundentakt

Endlich kommt Bewegung in eine Frage, die viele Wülfratherinnen und Wülfrather seit Jahren beschäftigt: Wie komme ich zuverlässig vom S-Bahnhof Aprath in die Stadtmitte – und zurück?

Der Rat der Stadt hat die Weichen gestellt. Ab Anfang 2027 soll die Buslinie 601 zwischen Wülfrath Stadtmitte und dem Bahnhof Aprath im Halbstundentakt fahren – zumindest probeweise. Bisher hält der Bus dort nur einmal pro Stunde. Wer den Anschluss verpasst, wartet am Stadtrand.

Gute ÖPNV-Anbindung ist keine Frage der Weltanschauung – sie ist eine Frage der Lebensqualität. Wir freuen uns, dass der Rat diesen Schritt gemeinsam gegangen ist.“Ulrich Düchting, Fraktionsvorsitzender Grüne Wülfrath

Der Probebetrieb ist auf 17 Monate angelegt. Ursprünglich waren zwei Jahre geplant. Wegen gestiegener Kosten – der Betrieb kostet nun 300.000 Euro netto jährlich statt der veranschlagten 250.000 Euro – einigte sich der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung einstimmig auf die kürzere Laufzeit. Das Gesamtbudget von 500.000 Euro brutto bleibt damit unverändert.

Die Grünen Wülfrath begrüßen diesen überparteilichen Beschluss ausdrücklich. ÖPNV-Förderung ist klimapolitisch notwendig und gleichzeitig eine handfeste Verbesserung für alle, die täglich auf Bus und Bahn angewiesen sind – ob Schülerinnen, Pendler oder ältere Menschen.

Wer das Auto stehen lassen will, muss auch eine echte Alternative haben. Der Halbstundentakt ist ein wichtiger Schritt – jetzt muss das Angebot auch bekannt gemacht werden.“Andrea Windrath-Neumann, Ratsmitglied Grüne Wülfrath

Genau das ist der entscheidende Punkt: Ein neues Angebot nutzt wenig, wenn es niemand kennt. Aussschussmitglied Michael Neumann hatte im Ausschuss deshalb klar gefordert, die neue Linie ab dem Start offensiv auf allen Kanälen zu bewerben. Bürgermeister Schorn stimmte zu. Nur 17 Monate sind eine kurze Zeit, um Fahrgastzahlen aufzubauen.

Denn von diesen Zahlen hängt alles ab. Nach dem Probebetrieb wird ausgewertet, wie gut das Angebot angenommen wurde. Wenn die Nutzung stimmt, könnte die Taktverdichtung dauerhaft in den Nahverkehrsplan des Kreises Mettmann aufgenommen werden – was den städtischen Haushalt langfristig entlasten würde.

Jetzt liegt es auch an uns allen: Nutzen wir den Bus! Jede Fahrt ist ein Argument für den Verbleib im Nahverkehrsplan.“Dr. Tina Guenther, Ratsmitglied Grüne Wülfrath

Hinter dem Probebetrieb steckt eine lange Geschichte. Seit über elf Jahren wird an einer besseren Anbindung Apraths gearbeitet. Der BUND, der Bürgerverein Wülfrath und viele Engagierte haben sich über Jahre dafür eingesetzt. Eine Petition, On-Demand-Lösungen, private Ergänzungsangebote – vieles scheiterte an rechtlichen oder finanziellen Hürden. Umso mehr verdient dieser Beschluss Aufmerksamkeit.

Für die Grünen Wülfrath ist klar: Gute Mobilität verbindet Menschen. Sie stärkt den Zusammenhalt in der Stadt, schont das Klima und gibt denen eine Stimme, die nicht Auto fahren können oder wollen. Wir stehen hinter diesem Projekt – und werden dafür sorgen, dass es auch nach den 17 Monaten weitergeht.

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