Wülfrath ist unsere Stadt. Und zu unserer Stadt gehören auch ihre Bäume. Alte, große Bäume prägen das Stadtbild, kühlen im Sommer, filtern Luft und bieten Lebensraum für unzählige Tiere. Kurz gesagt: Sie sind unverzichtbar.
Alle reden vom Klimaschutz. Alle wissen, wie wichtig Bäume für die Bindung von CO₂ und die Produktion von Sauerstoff sind. In jeder Klimadebatte tauchen sie auf. Und dann? Dann werden auf Wülfrather Baustellen Baumwurzeln freigelegt – und wochenlang dem Austrocknen überlassen. Das passt nicht zusammen.
Seit 2020 gibt es in Wülfrath eine Baumschutzsatzung. Sie verbietet, geschützte Bäume zu entfernen, zu zerstören, zu schädigen oder ihren Aufbau wesentlich zu verändern. Das ist ein wichtiger Schritt – und einer, für den wir Grüne lange eingetreten sind.
Doch was nützt eine Satzung, wenn sie im Alltag nicht konsequent umgesetzt wird?
Was passiert wirklich auf unseren Baustellen?
Das Bild, das wir derzeit in Wülfrath sehen, macht uns Sorgen. Immer wieder werden Baumwurzeln bei Baumaßnahmen freigelegt – manchmal sogar mit einem Saugbagger, was zunächst schonend wirkt. Doch danach liegt das Wurzelwerk wochenlang offen. Es trocknet aus. Der Baum leidet, auch wenn man ihm das von außen nicht sofort ansieht.
„Gut gemeint ist eben nicht dasselbe wie gut gemacht. Bäume brauchen Fachkenntnis und konsequenten Schutz – nicht nur guten Willen.“ — Dr. Tina Günther – Ratsmitglied Bündnis 90/Die Grünen Wülfrath
Das Problem liegt auf der Hand: Es fehlt an fachlichem Wissen, wenn es um echten Baumschutz bei Bauarbeiten geht. Und es fehlt an einem klaren Bewusstsein dafür, dass Bäume keine Dekoration sind. Sie sind lebende Organismen – und wertvolle dazu.
„Wir diskutieren auf allen Ebenen über Klimaschutz und CO₂-Bindung – und vor unserer Haustür lassen wir Baumwurzeln austrocknen. Das ist ein Widerspruch, den wir nicht hinnehmen können.“ — Michael Neumann – Vorsitzender OV Bündnis 90/Die Grünen Wülfrath
Was fordern die Grünen?
Wir sind der Meinung: Wer in Wülfrath baut, muss Bäume schützen – und zwar richtig. Dafür braucht es klare Regeln und ihre konsequente Kontrolle.
Konkret fordern wir:
- Eine verpflichtende dendrologische Fachberatung bei allen Tiefbaumaßnahmen in der Nähe von Bäumen. Ein Dendrologe ist ein Baumexperte – er oder sie beurteilt, welche Schutzmaßnahmen nötig sind, bevor die Bagger anrollen.
- Eine konsequente Kontrolle durch die Stadt Wülfrath: Die Einhaltung der vorgeschriebenen Maßnahmen muss aktiv überprüft werden – nicht nur auf dem Papier stehen.
„Die Baumschutzsatzung ist ein gutes Fundament. Aber Gesetze ohne Kontrolle sind zahnlos. Wir brauchen klare Verantwortlichkeiten und Fachkompetenz vor Ort.“ — Ulrich Düchting, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen Wülfrath
Bäume sind keine Selbstverständlichkeit
Manchmal braucht es Jahrzehnte, bis ein Baum seine volle Größe erreicht. Ein altes Exemplar, das durch eine Baustelle geschädigt wird, ist nicht in wenigen Jahren ersetzt. Der Verlust ist real – für das Stadtklima, für die Biodiversität, für uns alle.
„Wir wollen eine Stadt, in der Mensch und Natur gemeinsam gedeihen. Dazu gehört auch, dass wir unsere Bäume wirklich schützen – nicht nur in der Satzung.“ — Andrea Windrath-Neumann, Ratsmitglied Bündnis 90/Die Grünen Wülfrath
Wir Grünen werden dieses Thema weiter im Rat verfolgen und uns dafür einsetzen, dass Wülfrath seinen Bäumen den Schutz gibt, den sie verdienen. Denn wir leben Wülfrath – und wir wollen, dass unsere Stadt auch morgen noch grün ist.
Haben Sie ähnliche Beobachtungen gemacht? Schreiben Sie uns – wir freuen uns über Ihre Hinweise und Ihre Unterstützung.
Bündnis 90/Die Grünen Wülfrath | www.gruene-wuelfrath.de

