76 % der Bevölkerung für Erneuerbare – aber Wülfrath erzeugt nur 4 % regenerativ

Energiewende jetzt: Wülfrath muss beim Klimaziel 2040 bleiben

Die Stimmung in der Gesellschaft ist eindeutig. Laut einer repräsentativen Umfrage der Fachagentur Wind und Solar wollen 76 Prozent der Menschen in Deutschland mehr erneuerbare Energien. Parteiübergreifend und klar.

Und Wülfrath? Steckt noch tief in der fossilen Abhängigkeit.


Die Ausgangslage: ernüchternd – und ein Auftrag

Das Vorreiterkonzept Klimaneutralität (ansvar2030, Oktober 2024) zeigt schwarz auf weiß, wo unsere Stadt steht.

Wülfrath verbraucht 667 Gigawattstunden Energie pro Jahr – für Strom, Wärme und Mobilität. Davon werden gerade einmal 28 GWh erneuerbar erzeugt. Das sind rund 4 Prozent. Der Rest kommt aus fossilen Quellen.

Die Kosten dafür: rund 126 Millionen Euro jährlich – über 300.000 Euro täglich. Geld, das die Region verlässt, statt hier zu wirken.

Das muss sich ändern.

„Die fossilen Energien haben diesen Kampf längst verloren. Erneuerbare sind nicht mehr aufzuhalten – weil sie dezentral sind, weil sie sicher sind, weil sie günstiger sind und weil jeder sich daran beteiligen kann.“
Andrea Windrath-Neumann


Was möglich wäre: All Electric rechnet sich

Das Vorreiterkonzept rechnet vor: Würde Wülfrath konsequent auf All Electric umstellen – also Wärme, Verkehr und Industrie elektrifizieren – ließe sich der Energieverbrauch von 667 auf 412 GWh senken. Eine Einsparung von 38 Prozent.

Der Grund: Elektrische Prozesse sind deutlich effizienter als Verbrennungsprozesse. Eine Wärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom mindestens drei Kilowattstunden Wärme. Ein E-Auto verbraucht viermal weniger Energie als ein Verbrenner.

Das bedeutet: Weniger Verbrauch, niedrigere Kosten, mehr Unabhängigkeit.


Es passiert – auch in Wülfrath

Heute berichtete die RP Online: Erhard Hofmann, Pachtkunde der Neander Energie (Tochterunternehmen der Stadtwerke Wülfrath und Heiligenhaus), hat seine Photovoltaikanlage erfolgreich auf 20 Kilowattstunden Speicherkapazität erweitert. Die Eigenverbrauchsquote steigt deutlich.

Die Neander Energie plant zudem einen E-Lade- und Batteriespeicherpark an der A44 sowie neue Ladesäulen in der Stadt. Wir begrüßen das ausdrücklich.

„Photovoltaik auf Dächern und Freiflächen ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Jede Kilowattstunde, die wir lokal erzeugen, macht uns unabhängiger – von Importen, von Preiskrisen.“
Dr. Tina Guenther


Der Streitpunkt: 2040 oder 2045?

Hier liegt das Problem.

Gegen die Stunden von Bündniss 90, die Grünen hat der Stadtrat im Sommer 2025 das Klimaschutzziel von 2040 auf 2045 verschoben – angepasst an die Bundesziele. Begründung: fehlende Ressourcen und Kapazitäten (Beschlussvorlage III-013-2025).

Wir verstehen die Herausforderungen. Aber fünf Jahre sind keine Kleinigkeit. In fünf Jahren entscheidet sich, ob wir die Klimakrise noch gestalten – oder nur noch verwalten.

„Wir fordern, dass Wülfrath weiter konsequent am Klimaschutzziel 2040 arbeitet – mit PV auf städtischen Gebäuden und GWG-Wohnungen, mit Windkraft und Geothermie, wo möglich, und mit Speichern, die immer günstiger werden.“
Ulrich Düchting


Was wir konkret fordern

☀️ PV jetzt – auf allen städtischen Gebäuden und GWG-Wohnungen
🌡️ Wärmekonzept bis 2027 – damit Eigentümerinnen und Eigentümer planen können
🔋 Speicher einsetzen – die Preise sinken, die Zeit drängt
🌬️ Windkraft und Geothermie konsequent prüfen und umsetzen
🏛️ Mehr Unterstützung von Bund und Land für kommunale Klimaschutzinvestitionen

„Wir erwarten das Wärmekonzept bis 2027. Wer jetzt nicht plant, verschenkt Zeit – und Geld.“
Andrea Windrath-Neumann

Die Gesellschaft ist bereit. Die Technologie ist da. Die Zahlen sind klar.

Was fehlt, ist politischer Mut.

Wir leben Wülfrath – positiv voran. 💚


🔗 Umfrage Fachagentur Wind und Solar: https://www.fachagentur-wind-solar.de/aktuelles/detail/deutliche-bevoelkerungsmehrheit-spricht-sich-fuer-ausbau-erneuerbarer-energien-aus

🔗 RP Online – Neander Energie in Wülfrath: https://rp-online.de/nrw/staedte/wuelfrath/wuelfrather-versorger-hilft-bei-erweiterung-von-pv-anlage_aid-147335995