35 Jahre nach Tschernobyl

Gedenken an die Atomkatastrophe von Tschernobyl
und Ausstieg aus der Atomkraft in Europa

Stadt Prypjat in der heutigen Ukraine – eine verlassene Stadt

Was am 26. April von 35 Jahren ein ruhiger, sonniger und freundlicher Sonntagnachmittag zu sein schien, war tatsächlich das Datum der schlimmsten Katastrophe der zivilen Nutzung der Atomenergie. Tage später gab es eine Nachrichtenmeldung von einem Störfall in einem Atomkraftwerk der damaligen Sowjetunion, doch das wahre Ausmaß der Katastrophe kam erst in den folgenden Tagen und Wochen ans Tageslicht.

Denn an diesem Tag explodierte in Tschernobyl ein Atomreaktor – in der Folge zog eine kontaminierte Wolke über Europa. Die Auswirkungen sind z. B. in Teilen von Bayern und Österreich auch heute noch messbar: Mit Regen gelangten radioaktive Stoffe wie Cäsium-137 in den Boden und sorgen dafür, dass Waldpilze und Wildfleisch die Grenzwerte der erlaubten Belastung auch heute oft noch weit überschreiten.

Doch die schlimmsten Folgen mussten die Menschen in der Nähe des Atommeilers erleiden: Gebiete in einem Umkreis von 30 km wurden komplett evakuiert, zahllose Menschen mussten ihre Heimat verlassen, Expert*innen sprechen von Zehntausenden Todesfällen in Zusammenhang mit dem Super-GAU. 160.000 Quadratkilometer Fläche gelten als verstrahlt, und die Stadt Prypjat mit ehemals 50.000 Einwohner*innen ist heute eine Geisterstadt.

Die Atomkatastrophe von Tschernobyl sollte jedoch nicht die letzte bleiben. Lange glaubten jedoch viele noch an die Beherrschbarkeit der Atomkraft, wenn man sie nur für friedliche Zwecke und fachlich kompetent nutzen würde. Doch 2011 kam es erneut zu einer Atomkatastrophe, diesmal im japanischen Fukushima nach einem verheerenden Erdbeben, auf das eine Tsunami-Welle folgte und ebenfalls zur Atomkatastrophe führte, und diesmal mit der Folge, dass die deutsche Politik den Ausstieg aus der Atomkraft beschloss. Die langfristigen Folgen wie die Atommüll-Lagerung und das nach wie vor völlig ungelöste Problem der Endlagerung werden uns noch für Generationen begleiten. 

Energie der Zukunft sind 100 % Erneuerbare, es gilt die Strom- und Wärmewende mit 100 % Energie aus Erneuerbaren Ressourcen zu gestalten und innovativ voranzubringen, mit Solar, Wind, Biomasse und weiteren erneuerbaren Ressourcen.  Und es gilt, unsere Freunde und Partner in Europa davon zu überzeugen, in ganz Europa aus der Atomkraft auszusteigen und konsequent auf Energie aus erneuerbaren Ressourcen, optimale Ausnutzung der jeweiligen Stärken und grenzüberschreitende Vernetzung zu setzen! 

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