Am 7. Juli 2026 sollte es eine „Informationsveranstaltung“ geben. Angekündigt war sie im Rathaus. Ehrlicher wäre der Begriff Verkaufsveranstaltung gewesen. Am Ende wurde daraus etwas ganz anderes.
Aus dem Info-Abend wurde eine Abrechnung. Viele Greenfiber-Kundinnen und -Kunden machten ihrem Ärger Luft. Es ging um schlechte oder gar nicht vorhandene Kommunikation. Und es ging um die Dramen rund um den mangelhaften Tiefbau beim Glasfaser Wülfrath.
Die Grünen hatten die Versammlung verlangt
Der Abend kam nicht von ungefähr. Bündnis 90/Die Grünen hatten die Beschwerden und den Frust der Bürgerinnen und Bürger aufgegriffen. Wir haben die Versammlung im Rathaus angeregt – und eingefordert.
An diesem Abend wurde das Ausmaß der Probleme noch deutlicher als bisher. „Pleiten, Pech und Pannen“ – anders lässt es sich kaum beschreiben.
Jochen Gödde, Pressesprecher: „Wir haben diese Versammlung bewusst eingefordert. Die Menschen in Wülfrath hatten ein Recht auf Antworten. Was wir gehört haben, bestätigt unsere Kritik. Hier ist über Jahre viel versprochen und wenig geliefert worden.“
Große Zahlen, müdes Lächeln
Greenfiber wollte mit dem eigenen Ausbau punkten. Es ging um Flächen und um viele Kilometer verlegter Glasfaser. Doch bei den Zuhörerinnen und Zuhörern blieb davon wenig hängen.
Der Grund liegt Jahre zurück. Damals wurden viel zu hohe Erwartungen geweckt. Es ging um das Tempo des Ausbaus. Und um die Inbetriebnahme des schnellen Netzes. Beides ließ auf sich warten. Für große Zahlen gab es an diesem Abend deshalb nur ein müdes Lächeln.
Besonders schwer wiegt der Umgang mit den Menschen vor Ort. Wer wochenlang auf eine Rückmeldung wartet, verliert das Vertrauen.
Andrea Windrath-Neumann, Ratsmitglied: „Kommunikation ist keine Nebensache. Sie ist das Fundament. Genau daran hat es hier von Anfang an gefehlt.“
Auch die Verantwortlichen sind gefragt
Ein Heimspiel war der Abend für die Breitband GmbH und Greenfiber nicht. Doch die Kritik endet nicht bei den Firmen.
Auch die Verantwortlichen haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Das gilt für die Gesellschafterversammlung der Stadtwerke. Und das gilt für den Rat. Wir Grüne fühlen uns in unserer Generalkritik an der Breitband GmbH und dem Greenfiber-Firmengeflecht bestätigt.
Wie es weitergehen muss
Schnelles Internet gehört zur Daseinsvorsorge. Wülfrath braucht ein Netz, das funktioniert. Und es braucht eine Kommunikation, auf die man sich verlassen kann.
Wir bleiben deshalb dran. Wir fordern verbindliche Zeitpläne, eine ehrliche Information der Betroffenen und eine saubere Wiederherstellung nach dem Tiefbau. Und wir erwarten, dass Stadtwerke und Rat ihrer Verantwortung endlich gerecht werden.
Denn Politik lebt vom Zuhören und vom Anpacken