Auftaktveranstaltung „Wülfrath wird klimaneutral“

BM Rainer Ritsche bei der Auftaktveranstaltung

In der Mensa des Gymnasiums Wülfrath fand am 05.09. die Auftaktveranstaltung „Wülfrath wird klimaneutral“ statt. Bereits im Sommer 2022 hatte der Rat beschlossen: Wülfrath macht sich auf den Weg, um bis spätestens 2040 klimaneutral zu sein, die Stadtverwaltung selbst bis spätestens 2035. Aber wie kommt Wülfrath  da hin? Im Ausschuss für Umwelt, Mobilität und Digitalisierung (AUMD) hatte sich bereits die beauftragte Firma „Ansvar 2030“ vorgestellt, die gemeinsam mit Bürgermeister und Stadtverwaltung die gut besuchte Auftaktveranstaltung gestaltet hat. Auf Grundlage zahlreicher Daten, die erhoben und zur Verfügung gestellt wurden, erarbeitet Ansvar 2030 einen digitalen Zwilling der Stadt Wülfrath und wird zum Jahresende, wenn alle Analysen abgeschlossen sein werden, eine Strategie für Wülfrath zum Erreichen des Klimaziels unterbreiten, mit der sich die Stadtpolitik intensiv beschäftigen wird. 


Nach Eröffnung und Begrüßung durch Bürgermeister Rainer Ritsche erläuterte Klimafolgenforscher Udo Engelhardt in seinem Vortrag „Warum klimaneutral werden?“ eindringlich die Klimakrise, die durch das stete Emittieren von Kohlendioxyd, Methan und Lachgas verursacht ist. Dies führt zu der Erderwärmung, die (seit Beginn der Industrialisierung) menschgemacht ist und keine natürlichen Ursachen hat. Bereits jetzt im 2023 sind die Folgen der globalen Erderwärmung deutlich spürbar – mit langen Trockenperioden bis hin zu Dürren einerseits, Starkregen, Überschwemmungen wie 2021 und heftigen Stürmen andererseits und dass die Photosyntheseleistung der Vegetation im Frühling und Sommer keinesfalls ausreicht, um diesen Effekt auszugleichen. Engelhardt hat deutlich gemacht, dass es keine Alternative zu einer drastischen Reduktion der Emission klimaschädlicher Gase gibt, also kein Verbrennen von fossilem Öl, Gas und Kohle mehr, und dass mit der Erderwärmung über das Pariser Klimaschutzziel von 1,5 Grad C hinaus das Überleben der Menschheit auf dem Spiel steht. Bereits jetzt, 2023, hat sich die Erde schon um 1,3 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erwärmt! Es bleibt nur noch ein kurzes Zeitfenster, um die Erderwärmung auf ein Niveau zu einzudämmen, mit dem das Überleben der Menschheit gesichert und die Ernährung für alle gewährleistet werden kann. 

In den nachfolgenden Redebeiträgen von Katharina Strohmeyer (Ansvar 2030) und Stephan Holl (Stadtverwaltung Wülfrath) wurde die Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft vorgeschlagen, um die eigene Wülfrather Energieproduktion auf Grundlage erneuerbarer Ressourcen voranzutreiben und als Stadt und Bürgergemeinschaft Wülfrath von der Transformation hin zur Klimaneutralität zu profitieren. Wülfrath will also letztlich seinen Strom und Wärme selbst produzieren, somit auch wirtschaftlich gemeinsam von der eigenen Produktion profitieren. Die anschließende Diskussion machte deutlich, dass es ein großes Interesse in der Bürgerschaft an der Gründung einer Energiegenossenschaft gibt. Wülfrath wird auf die Suche nach Flächen gehen, die für PV-Anlagen und Windkraftanlagen geeignet sind, wird andere Erneuerbare wie z.B. Biomasse und Geothermie ebenfalls auf dem Schirm haben; zugleich wird Wülfrath Anstrengungen unternehmen, um den eigenen Energieverbrauch zu senken. Interessierte hatten die Gelegenheit, sich für die erst noch zu gründende Bürgerenergiegenossenschaft einzutragen, und haben diese rege genutzt. 

Klimafolgenforscher Udo Engelhardt

Bündnis/DIE GRÜNEN Wülfrath sind aktive Unterstützer und Treiber dieses Prozesses hin zur Klimaneutralität. Wir setzen uns in den Gremien der Wülfrather Stadtpolitik und Institutionen aktiv dafür ein. Auch persönlich als Bürger*Innen engagieren wir uns dafür, dass die Transformation hin zur Klimaneutralität gelingt und wir den Generationen unserer Kinder, Enkel und Urenkel eine intakte, lebenswerte Welt hinterlassen. Wie die Diskussion deutlich gezeigt hat, müssen die Emissionen klimaschädlicher Gase drastisch gesenkt werden und zugleich zahlreiche Maßnahmen ergriffen werden, um Wülfrath klimaresilient zu machen. Wir verstehen gut, dass viele Menschen Sorgen haben und unsere Gesellschaft unter einem enormen Druck steht – Corona-Krise, Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine und jetzt auch noch die Transformation hin zur Klimaneutralität, die herausfordernd ist. Falls Sie also Fragen haben, falls Sie Sorgen haben oder falls Sie wissen möchten, was Sie selbst tun können und wie Sie sich an diesem Prozess beteiligen können, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, um Ihre Fragen zu beantworten. Nehmen Sie dazu gern Kontakt mit uns auf.